Sagt „Nein!” zum Stein!

Im Rahmen der vom 9. bis zum 15. März 2009 stattfindenden „Aktionstage gegen Geschichtsrevisionismus“ möchten wir auf Missstände im Umgang mit NS-Verherrlichung oder -Relativierung in Schaumburg aufmerksam machen.

In der bundesdeutschen Zivilgesellschaft hat sich in den letzten 20 Jahren eine Form mit dem Umgang der nationalsozialistischen Vergangenheit entwickelt, die tendenziell immer (mehr) dazu neigt den von Deutschland begangenen Zivilisationsbruch der Shoah als ein Verbrechen unter vielen darzustellen und die deutsche Schuld an aggressiver Expansionspolitik sowie des von Deutschland betriebenen Vernichtungskrieges herunterzuspielen.

Dies drückt sich etwa in der Forderung nach der Anerkennung der vermeintlichen “deutschen Opfer” des Zweiten Weltkrieges aus. So werden etwa sogenannte “Vertriebene”, welche am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Gebieten, wie etwa dem damaligen Ostpreußen, flohen, ebenso als Opfer der Nationalsozialist_innen präsentiert wie die Inhaftierten in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Solche und ähnliche Ungeheuerlichkeiten, die die Eindeutigkeit der Schuld einer deutschen Mehrheit an den Verbrechen des Nationalsozialismus auszublenden versuchen, sind allgemein nur als Geschichtsrevisionismus zu bezeichnen.

Eine solche Art der Geschichtsverdrehung findet ihre Kanalisation nicht zuletzt in der selbsternannten „Mitte“ der Gesellschaft in Form von verherrlichenden und lobpreisenden Kriegsdenkmälern statt, wo lieber „gefallenen deutschen Helden“ gedacht wird.

So auch in Rinteln. Auf dem Schulhof der Hildeburg Realschule, im Zentrum Rintelns und gut einsehbar am Ende der Fußgängerzone gelegen, befindet sich ein gravierter Findling mit der Parole „Klagt nicht kämpft“, unter den Jahreszahlen „1939 bis 1945“ und einem „Eisernen Kreuz”. Zwar existierte dieser Spruch bereits vor der Zeit des Nationalsozialismus, wurde jedoch durch diesen besonders geprägt. So erfreut er sich auch heute noch großer Beliebtheit in der Neonaziszene und ist dort auf T-Shirts, Tassen sowie anderem rechten Merchandising zu finden.

Die Untragbarkeit dieses menschenverachtenden Symbols war bereits vor längerer Zeit Bestandteil des öffentlichen Diskurses – sowohl in Schaumburger als auch in überregionalen Medien, und dennoch steht dieser Stein bis heute an Ort und Stelle.

Wir fordern:
Nazidenkmäler abreißen!
Gegen die Verherrlichung des Nationalsozialismus vorgehen!

Kritische Initiative Schaumburg [K.I.S.], März 2009